Sa 03.07.2021, ab 18:30 Uhr @ UT Connewitz: share leipzig wird zehn. 10 Jahre — 10 Sets

Selekta Pehle (Zonic Zound Zystem) neben/mit:

Pet... [mehr]

Do 01.07.2021, 20 Uhr @ Kulturny dom Lipsk/Salon Similde: Hastdunichtgesehen! Die Plakate der Saison 2020/21.

Salon-Wiedereröffnung, u.a. mit Jan Kummers "Milarepaverzion... [mehr]

So 27.06.2021, 20-22 Uhr @ Tilos Radio. Zonic Guest Radio Show mit Lucia Udvardyova und Alexander Pehlemann

More: https://tilos.hu/episode/kaoszkapitany-kalandjai/2021/... [mehr]

SA 26.06.2021 16 Uhr @ Kacsakő Bisztró, Szentendre, HU. TV Free Europe-Party mit Zonic Zound Zystem, Suefo, Arpi

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SO 20.06.2021, 20:15 Uhr @ www.tv-free-europe.eu / www.utconnewitz.de

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MI 18.11.09 Centraltheater Leipzig "Ihr habt es nicht anders gewollt" DDR-Untergrund-Revue Part 2

19:30 Uhr
Film "Die Wahrheit über die Stasi" (1992/2008) Regie:Alexander Zahn.

Die DDR im damals utopisch fiktiven Jahr 2008 - ein Jahr vor dem 60. Geburtstag der Republik - als ewig währender realsozialistischer Kostümball. Staatssicherheit und Opposition in symbiotischem Tanz eng umschlungen. Die untergehende DDR als fröhliches Geländespiel mit Musik.
Eine deutsche Low-Budget-Produktion aus dem Jahr 1992, deren erste Fassung als verschollen galt und 2008 von ehemaligen Mitgliedern der Dissidentengruppe Arbeitsgruppe 1 aufgefunden und neu bearbeitet wurde. Der Film ist eine bissig-trashige Satire auf die politischen und geistigen Zustände in der DDR der ausgehenden 80er Jahre. Gedreht wurde an den eben erst verlassenen Originalorten im ehemaligen Hauptgebäude des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg sowie in Berlin-Mitte und Berlin-Prenzlauer Berg, die Musik stammt vom späteren Rammstein-Keyboarder Flake sowie diversen ostdeutschen Bands bzw. Musikern. Ein Film, der wohltuend auf jeglichen peinlichen Stasi-Schwulst verzichtet und mit irrwitzigen Bildern und Figuren sowie der entsprechenden Musik eine schräge Flaschenpost aus einer längst untergegangenen Welt füllt.

Regisseur Alexander Zahn ist anschließend Gesprächsgast von Bert Papenfuß

http://tilsiter-lichtspiele.de/stasi-film.html


21:00 Uhr
Live im Großen Haus

Ornament & Verbrechen feat. Bert Papenfuß

Ornament & Verbrechen sind eine 1982 von Robert und Ronald Lippok gegründete Post Punk Band mit stetig sich wandelnder Klanggestalt und wechselndem Musikerbestand, aus dem nach der langsamen (aber nie offiziell verkündeten) Auflösung Anfang der Neunziger renommierte Projekte wie Tarwater, To Rococo Rot oder Denzel & Huhn hervorgingen, die anderseits aber auch noch tiefere Verwurzelungen im ganz frühen DDR-Punk hat: bei den Bands Rosa Extra und Väterchen Frust sowie dem schrägen Singebewegungsprojekt Der Schwarze Kanal. Zur Aufführung kommt eine mit den Mitteln des Jetzt aktualisierte Version des zu DDR-Endzeiten entstandenen Papenfuß´schen Textkonvoluts „arianrhod von der überdosis“.


Herr Blum

Thomas Wagner und sein Vater Jürgen waren als ambitioniertes Avant-Noise meets Action Painting-Duo ein optisch wie musikalisch beeindruckendes Kuriosum der späten DDR-Untergrund-Szene, die nicht zuletzt mit der DT64-Sendung „Parocktikum“ eine breitere Wahrnehmung erfuhr. Nur noch bis zur Mitte der Neunziger aktiv, wurde Herr Blum vor einiger Zeit von Thomas Wagner - der 1989/90 noch mit dem Projekt Tom Terror & das Beil auftrumpfte- reanimiert, um sich sowohl den eigenen Blues-Wurzeln als auch moderner Elektronik zu widmen. Für diesen Abend kommt sein Vater noch einmal hinzu und so ist auch zu erwarten, dass final wieder die Farben über die Bühne fliegen.

www.myspace.com/herrblum


Pffft ... (feat. Hans J.Schulze & Mitglieder von Wutanfall und Kartoffelschälmaschine)

Pffft ... waren ein 1984 gegründetes Industrial-Performance-Projekt der zwei Ex-Wutanfall-Mitglieder Jürgen „Chaos“ Gutjahr und Frank „Zappa“ Zappe in Zusammenarbeit mit dem späteren DT64-(und heutigem Radio 1-)Journalisten Holger „Luxus“ Luckas sowie dem Philosophen und konzeptionellen Performer Hans J.Schulze, das gelegentlich wieder belebt wurde. Für diesen Abend wird es verstärkt um den Chemnitzer Künstler Frank Raßbach, der früher beim Projekt Kartoffelschälmaschine des Karl-Marx-Städter Lebens-Künstlers Klaus Hähner-Springmühl mitwirkte, das wie Pffft ... beim legendären Intermedia-Festival 1985 in Coswig auftrat.

Die Gehirne

1983 gebildet von Claus Löser und Florian Merkel als Studioprojekt in Karl-Marx-Stadt und ab 1986 auch live mit ihren Krach-Attacken zu hören, waren Die Gehirne nie wirklich weg, wenn auch zwischenzeitlich unter dem Decknamen Orlac's Hände aktiv (unter anderem bei den Leipziger Jazz-Tagen 1989). Florian Merkel, heute Bildender Künstler, betrieb zudem kuriose Projekte wie die Knut Baltz Formation oder die Karl-Marx-Stadt Studio Big Band Schlimmer Finger, während Claus Löser zur unabhängigen Filmszene der DDR gehörte, nach 1989 Filmwissenschaftler wurde und derzeit als Kurator der Filmreihe „Winter Adé – Filmische Vorboten der Wende“ sowie mit einem Dok-Film über die Galerie Eigen & Art und deren Vorläufer präsent ist.

www.diegehirne.de


Lesungen von Texten aus den 80ern bzw. über jene und aktuellen Werken mit:

Peter „ScHappy“ Wawerzinek

Peter Wawerzinek wurde 1954 in der DDR geboren, in einer Familie, die kurz nach seiner Geburt in den Westen floh und das Kind in der DDR zurückließ. Wawerzinek verbrachte zehn Jahre in staatlichen Kinderheimen, bis er von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde und in verschiedenen Orten an der Ostsee aufwuchs. Nach dem Schulbesuch absolvierte Wawerzinek eine Lehre als Textilzeichner. Er leistete seinen Wehrdienst bei der NVA; 1978 zog er nach Ost-Berlin. Dort begann er ein Studium an der Kunsthochschule, das er jedoch nach zwei Jahren abbrach. Anschließend jobbte er in verschiedenen Berufen, u.a. als Briefträger und Kellner bei der Mitropa. Gleichzeitig war er bereits in den Achtzigerjahren als Performance-Künstler und Stegreifpoet aktiv und unter dem Namen "ScHappy" in der Ostberliner Literatenszene im Stadtteil Prenzlauer Berg bekannt. Von 1988 bis 1990 unternahm er gemeinsam mit Matthias BAADER Holst eine Art Tournee durch die DDR.
Peter Wawerzinek veröffentlichte nach der Wende als erstes eine Sammlung von Parodien zur DDR-Literatur, danach skurrile, experimentelle Prosatexte in einer atemlosen Prosa über einen Außenseiter der DDR-Gesellschaft. Die Werke Wawerzineks sind stark autobiografisch geprägt und thematisieren insbesondere die Landschaften seiner Erinnerungen, er schreibt zudem auch Hörspiele und journalistische Texte.

www.wawerzinek.de

Leonhard Lorek

Leonhard Lorek lebt und arbeitet als Autor, Musikjournalist (u.a. www.tafelmuzak.de, de:bug) und Musiker in Berlin. 1958 in Zabrze, Polen, geboren, gehörte Leonhard Lorek in den 80ern zu den wichtigsten Exponenten der Dichterszene vom Prenzlauer Berg, unter anderem initiierte er die von ihm mit herausgegebene subkulturelle Publikation "schaden". Als Textautor und Musiker war er an Bands wie "z.art", "teurer denn je", "fett", "la deutsche vita" und "Deut" beteiligt. Sein aktuelles musikalisches Projekt "Mendelsson" betreibt er gemeinsam mit Norbert Grandl und Sandro Chiesura. Zu den musikalischen Veröffentlichungen gehören u.a. "Musik wird niemals langsam" Michael Dubach/Nino Sandow/Max Goldt - 45/Indigo, "Brauchen" Dubach Deut - 45/Festland/Indigo, "White Canary" - Fein Raus/Kompakt. 2009 erscheint sein Buch "Daneben Liegen."

Ronald Galenza

Geboren in Berlin. Obstpresser, Domestique. Seit 1986 Musikbeiträge über alternative Musik für Jugendradio DT 64, ab 1990 Musikredakteur bei DT 64. Mitbegründer der ersten Independent-Diskothek »X-MAL!« in Berlin-Ost. Rocktexte sowie CD-Covertexte. Beschrieb die unabhängige Musikszene der DDR in diversen Zeitungs- und Radio-Beiträgen. Mitherausgeber der Musikbücher „Wir wollen immer artig sein – Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980-1990“,„Mix mir einen Drink – Feeling B“ und „Spannung.Leistung.Widerstand. Magnetbanduntergrund DDR 1979-1990“. Heute Kultur-Redakteur bei Radio Fritz (RBB), Autor und DJ.

www.beat-poet.de


Stefan Döring

Geboren 1954 in Oranienburg und als Autor, Lyriker und Übersetzer einer der wichtigsten Vertreter der DDR-Untergrundliteratur der 1980er Jahre. Er ist Redakteur der Zeitschrift GEGNER, lebt in Berlin, betreibt die Kneipe Luxus und trat nach längerer Abwesenheit zuletzt wieder mit Texten an die Öffentlichkeit, unter anderem mit einer „drei etüden“ betitelten Broschür bei Distillery in Berlin.

Gerahmt von einer Grenzpunkt Null-Lounge mit Rex Joswig (Herbst in Peking/ehemalige Kult-Radiosendung bei DT64 & MDR Sputnik)


+ DDR-Untergrund-Filme zwischen den Auftritten (kuratiert von Claus Löser)

„Tristan“ 1990/91
Regie: Ramona Köppel-Welsh
Musik: Ornament & Verbrechen
Auf Grundlage der Geschichte von " Tristan und Isolde " wird mit dokumentarischen oder fiktiven Bildern in fragmentarischer Form die Situation der Auflösung von OST + WEST, das Aufeinanderprallen verschiedener Geschwindigkeiten als Doppelprojektion in Szene gesetzt.

„BAADER in Leipzig“ 1989
Regie: Jörg Herold
Matthias BAADER Holst, der (zu diesem Zeitpunkt bereits Ex-)Hallenser Dichter und Sprachperformer zu Besuch in Leipzig, einfangen auf Super8-Film von Jörg Herold und nachträglich live improvisierend kommentiert von BAADER.

„Nekrolog“ 1985
Regie: Claus Löser
Paranoia als Lebensgefühl in einem düsteren Kurzspielfilm aus Karl-Marx-Stadt, gepaart mit der kongenialen Musik der britischen Band This Heat.

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